Psychografie nach Dr. Dietmar Friedmann

Anhand dieses Modells werden die Wesenszüge eines Menschen – Denken, Handeln und Fühlen – in einen logischen Zusammenhang gebracht und wertneutral beschrieben.

Es geht von folgenden Beobachtungen aus: Jeder Mensch hat sich von Kindheit an entweder auf die Bereiche des Fühlens, des Denkens oder des Handels spezialisiert. Einer dieser Bereiche hat jeder unbewusst zu seinem ganz persönlich dominanten Lebenskonzept gemacht.

Wenn einer dieser drei Wesenszüge: “Fühlen, Denken oder Handeln” im Vordergrund einer Person steht, so ordnet das Modell Psychografie dieser Person einen Typus zu: Die Dominanz des Denkens führt zum Sachtyp, die des Handelns zum Handlungstyp und die des Fühlens zum Beziehungstyp.  Ist  die aktuelle Situation zu der vorherrschenden Dominanz passend, ist alles optimal.

In Stresssituationen fühlt sich jeder dieser Typen überfordert:

Ist klare Distanz, Sachlichkeit und Verstand am Platz, tut sich der Beziehungstyp mit seiner emotionalen Intelligenz besonders schwer.

Bei praktischen Handlungen zeigt der Sachtyp Schwächen. Dieser Typus mit seiner hohen analytischen Herangehensweise verweilt tendenziell sehr lange im Denkprozess, statt praktisch etwas umzusetzen.

Der Handlungstyp übergeht oft seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse oder die seiner Mitmenschen, da er vorrangig das Ziel vor Augen hat.

Fazit bezogen auf die Psychografie:

  • Jeder Persönlichkeits-Typ ist dem anderen gleichwertig.
  • Dieses Modell dient der positiven Akzeptanz zum eigenen Selbstbild
  • Fördert die Akzeptanz der Andersartigkeit
  • Es ebnet die Metakommunikation

Differenzialdiagnose der 3 Grundtypen

Beziehungstyp BT

Wirkt gewinnend, lebendig, dynamisch und beweglich. Er kann sich gut auf andere einstellen, reagiert gefühlsmäßig sensibel und kommunikativ. Auch wenn der Beziehungstyp eine eher unbewusste Sehnsucht danach hat, von allen geliebt zu werden, sei es durch sein besonders liebenswürdiges Verhalten oder durch brillante Leistungen, so geht seine Persönlichkeits-Entwicklung (SF, Schlüsselfähigkeit) in eine andere Richtung – in die des KLAREN ERKENNENS.

Dieses wirkt auf den BT selbst häufig irritierend. – Er äußert sich kritisch, möchte jedoch Sympathie gewinnen. Oder zeigt spielerische Freude, möchte jedoch für intelligent gehalten werden.

Sachtyp ST

Wirkt gutmütig und aufgeschlossen, natürlich, weich, nachdenklich, mancher eher unsicher, ein anderer übertrieben. Oft zeigt er eine Mischung aus Bescheidenheit und egoistischer Anspruchshaltung. Kritik kann ihn tief kränken. Der Sachtyp verhält sich in fast allen Lebenssituationen ähnlich, zeigt den gleichen Gesichtsausdruck, spricht mit der gleichen Betonung. Egal wie dramatisch die Situation ist, er nimmt die Gefühle und Stimmungen anderer wenig wahr und stellt sich kaum darauf ein. In Beziehungen gibt er sich äußerlich unabhängig, macht sich aber unbewusst abhängig. Auf Misserfolge reagiert er unverhältnismäßig niedergeschlagen und deprimiert. Er stöhnt, wenn er kleinere Aufgaben erledigen soll, doch wenn es hart auf hart geht, wachsen ihm ungeahnte Kräfte.

Handlungstyp HT

Wirkt freundlich und geradlinig auf andere. Außerdem wirkt er kraftvoll und aktiv, will gute Laune verbreiten in einer Mischung aus fürsorglichem und bestimmendem Verhalten. Meistens sind HT ordentlich, zuverlässig und pflichtbewusst. HT möchten respektiert werden. Deshalb bemühen sie sich, einen guten Eindruck zu machen; sie vermitteln: ich bin o.k.!

Ihr Verhalten ist kameradschaftlich, verlässlich und bei zunehmender Persönlichkeitsentwicklung menschlich und gefühlsmäßig engagiert. Sie kommen schon mal in den Zwiespalt, sich an Regeln zu halten und ihren Bedürfnissen nachzukommen. Sie vermitteln den Eindruck, als ob sie mit ihrer Energie den ganzen Raum ausfüllen könnten.

Häufig werden die Persönlichkeitstypen von außen beschrieben. Es werden Eigenschaften und Verhaltensweisen beobachtet.

Kennt man die inneren Gesetzmäßigkeiten, so wird aus der phänomenologischen Persönlichkeitstypologie nun eine prozessorientierte.

In der Psychografie werden die Typen von innen gesehen und beschrieben.

Warum bin ich so, wie ich bin, fühle, denke und verhalte mich auf meine Art, unterscheide mich von Anderen oder stimme mit ihnen überein in meinen Vorstellungen, Wertschätzungen und Abneigungen ?

Dieses Wissen kann helfen, den anderen in seiner Wesensart zu sehen und zu verstehen, statt immer von sich auf andere zu schließen.

Drei Welten – eine Wirklichkeit

Wir kennen aus dem alltäglichen Handeln oder aus technischen Abläufen die Gesetzmäßigkeit der Ursache-Wirkungs-Kausalität. Doch dieses betrifft nur den Lebensbereich Handeln. Die Zielkausalität prägt den Lebensbereich Erkennen und Identität. Paradoxe oder systemische Kausalität funktioniert im Beziehungsgeschehen.

Dieses Wissen der unterschiedlichen Kausalitäten erfordert, dass wir uns immer wieder neu und anders auf Situationen einstellen und mit ihnen umgehen müssen, je nachdem welche Kausalität wirksam und zu Nutzen ist.

Frühe Spezialisierungen auf einen dieser drei Prozesse führen zu den unterschiedlichen Persönlichkeitstypen. Dieses zeigt sich dann als Spezialist für die eine oder andere Lebenskompetenz. Das, was er als Kind nicht bekommen hat, sucht er sein ganzes Leben lang – darin liegt die Tragik oder Komik des menschlichen Lebens – und wehrt es oft zugleich ab.

Der BT, Beziehungstyp hat sich schon in seiner Kindheit auf das Beziehungsthema spezialisiert und hat dafür eine besondere Affinität und Begabung entwickelt.

Vergleichbares gilt für den ST, Sachtyp und das Denken.

Für den HT, Handlungstyp und das Handeln.

Entsprechend dieser 3 Lebensbereiche haben wir es mit 3 Grundstrukturen der Persönlichkeitstypen zu tun.

Diese Grundkompetenz entwickelt sich im späteren Leben weiter, da jede Person bemüht ist, seine Mangelsituation auszugleichen.

Deshalb geht es nicht nur um die Frage, um welchen Persönlichkeitstyp es sich handelt, sondern eher wie weit hat er seine „Einschränkungen“ überwunden und die zwei anderen Lebenskompetenzen erworben?

Somit werden die Persönlichkeitstypen nicht isoliert, sondern sind prozessorientiert  und können sich entwickeln.

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